Studiengebühren

Glücklicherweise studiere ich in einem Bundesland (Sachsen), in dem noch keine Studiengebühren eingeführt wurden. Da ich dieses Semester mein Studium abschließe, werde ich es auch nicht mehr aktiv mit erleben, wenn es in der Zukunft dazu kommen sollte. Meine Schwester hatte leider nicht so viel Glück, denn in Niedersachsen müssen seit dem letzten Semester Studiengebühren entrichtet werden. Dabei werden Dinge mit dem Geld veranstaltet, die die größten Kritiker von Studiengebühren wahrscheinlich noch blass aussehen lassen.

Statt die Studiengebühren schrittweise einzuführen, hat man sich gleich dazu entschlossen, den Höchstsatz von 500€ zu kassieren. Klar nach dem Motto: Das Geld, welches wir haben, kann uns keiner mehr nehmen. Dabei hat man nur vergessen, darüber nachzudenken, wie man das Geld auch sinnvoll in die Veruntreuung Verbesserung der Lehre steckt. Denn von dem vielen Geld ist bisher nichts in der Lehre zu spüren. Längere Laborzeiten? Mehr Tutorien? Bessere Ausstattung der Bibliotheken? Alles Fehlanzeige.

Ach, halt, ich vergaß zu erwähnen, dass sich doch etwas substanziell geändert hat. Die für die Laborarbeit benötigten Latex-Einweg-Handschuhe (100er Pack für ca. 5€ bei Rossmann um die Ecke) müssen die Studenten nicht mehr selber bezahlen. Und Erstsemester-Studenten im Studiengang Pharmazie sollen jetzt ihren ersten Kittel von der Uni bezahlt bekommen. Ob der Kittel dabei in den Besitz der Studenten übergeht oder nach Ende des Studiums zurückgegeben werden muss ist unklar. Im letzteren Fall müsste man dann die Studiengebühren auch eher als Leasinggebühren ansehen. Ein Kittel für knapp 500€ pro Semester - das ist ja fast schon ein Schnäppchen.

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Verunglückt

Wie die Sächsische Zeitung heute schreibt, ist gestern der sächsische NPD-Landtagsabgeordnete Uwe Leichsenring bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückt. Laut Polizeibericht wollte er überholen und prallte dabei mit einem LKW zusammen.

Befremdlich und seltsam lesen sich die Forderungen der NPD nach einer "rückhaltlosen Aufklärung der genauen Umstände" (Zitat NPD-Website). Weiter heißt es, man werde sich "mit allen parlamentarischen und rechtlichen Mitteln um eine Klärung der genauen Umstände des Verkehrsunfalls bemühen". Hier entsteht der Eindruck, es handele sich bei dem Ereignis um eine Konspiration.

Damit verliert die sächsische NPD-Landtagsfraktion nach den drei Austritten von Mirko Schmidt, Klaus Beier und Jürgen Schön (alle im Dezember 2005) innerhalb eines Jahres bereits ihr viertes Mitglied und schrumpft damit auf 8 Abgeordnete.

[Update: 01.09.2006, 8:15 Uhr] Ich sollte mich mehr mit unserem politischen System auseinandersetzen, dann wäre mir dieser Fehler nicht unterlaufen. Bei Tod eines Abgeordneten bleibt sein Sitz nicht etwa unbesetzt, wie von mir geschrieben, sondern es rückt der nächste Kandidat von der Wahlliste nach. Daher bleibt die Fraktionsstärke der NPD im sächsischen Landtag weiterhin bei neun Abgeordneten.

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